Moritz Kracht (li.) und Kristina Georg – Alter und neue Vorsitzende.
Die Jungen Liberalen Würzburg haben erstmals eine Frau an die Spitze ihres Kreisverbands gewählt. Die bisherige stellvertretende Kreisvorsitzende Kristina Georg, wurde mit breiter Mehrheit von den rund 20 anwesenden Mitgliedern zur neuen Chefin gewählt. Die 22jährige Telekom-Angestellte tritt die Nachfolge von Moritz Kracht an, der seit Februar diesen Jahres Bezirksvorsitzender der JuLis Unterfranken ist, und daher vorzeitig den Kreisvorsitz zur Verfügung stellte. Kracht ist zudem Stimmkreis Kandidat der FDP Würzburg-Stadt.
Kristina Georg will im Jahr der Wahlkämpfe zur Landtags- und Bezirkstagswahl die Kandidaten der FDP, die beide selbst JuLis sind, Moritz Kracht für den Landtag und Marco Graulich für den Bezirkstag unterstützen. Die Jungen Liberalen hätten somit im Gegensatz zu anderen Parteien nicht nur über Verjüngung gesprochen, sondern sie gemeinsam mit der FDP vollzogen. Diesen Kurs möchte Georg weiter gehen. Die Jungen Liberalen hätten mit diesem Kurs in den letzten Jahren ihren Mitgliederbestand von 25 im Jahre 1999 auf heuer 50 verdoppeln können.
Als weiteres wesentliches Ziel nannte Georg, „mehr Frauen, gerade junge, für liberale Politik begeistern zu wollen.“ Politik sei nicht allein Männersache, so Georg weiter. Als gutes Beispiel nannte Georg die Liberale Hochschulgruppe, die in den letzten zwei Jahren von Frauen geführt wurde und spektakuläre Wahlergebnisse bei den Hochschulwahlen eingefahren hatte.
Als Stellvertreterin wurde mit Hülya Bandak eine weitere Frau gewählt. Sie studiert Jura und ist zugleich die Fraktionsvorsitzende der LHG im Studentenparlament. Wieder gewählt wurde auch Stefan Schmidt als Schatzmeister. Als Besitzer dabei: Bastian Messow, Karsten Ruppert, Cornelius Bechmann, Martin Müller und Moritz Kracht.
Inhaltlich befassten sich die JuLis mit der städtischen Jugendpolitik. Bemängelt wurde, dass nach der Kommunalwahl 2002 der große Impuls für die Jugend ausgeblieben sei, und dass obwohl einige jüngere Bürger und Bürgerinnen in den Stadtrat gewählt worden seien.
Die JuLis beschlossen daher ein „Jugendpaket“, mit dem sie Schwung in die städtische Diskussion um die Jugend bringen wollen. Gerade der nicht genehmigte Haushalt verpflichte den Stadtrat, ein besonderes Augenmerk auf die Generationengerechtigkeit zu legen.
Zentrale Forderung im Jugendpaket nimmt aber die Schaffung eines Jugendbeirates ein, der sich aus Vertretern des Stadtjugendringes und Schulen zusammensetzen soll. So solle gewährleistet werden, dass Jugendliche in die städtische Politik ähnlich wie die Senioren mit ihrem Beirat eingebunden werden. Das Modell des Seniorenbeirates und auch des Ausländerbeirates hätte gezeigt, dass die Arbeit im Stadtrat inhaltlich von dem Fachwissen der Beiräte profitiert. Dies sei für einen Jugendbeirat noch wahrscheinlicher, da keine Jugendlichen im Stadtrat säßen.
Das vom Stadtjugendring vorgestellte Modell gegen Politikverdrossenheit begrüßten die JuLis grundsätzlich, sind aber der Auffassung, dass durch zweimal jährlich stattfindende Jugendtage Jugendliche eben strukturell nicht eingebunden würden. Daher sei es sinnvoll neben der Veranstaltungen des Stadtjugendringes einen Jugendbeirat einzusetzen, in dem vor allem auch Vertreter der Würzburger Schulen präsent sei.
„Ohne die Schulen einzubinden, kann man gegen Politikverdrossenheit nichts tun“, so Georg.
Georg kündigte an, die Stadträte der FDP zu bitten, das Jugendpaket im Stadtrat einzubringen.