Die Fraktion der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) im Studentenparlament(Konvent) hat Michael Metzger eine Hospitanz angeboten. Hintergrund ist der Ausschluss des Mitgründers der Grünen Hochschulgruppe (GHG) aus der GHG-Fraktion. Ein solcher Ausschluss ist bisher einmalig in der Geschichte des Würzburger Studentenparlamentes. Die Mehrheit der GHG hatte in einer außerordentlichen Sitzung den Ausschluss Metzgers mit der Begründung beschlossen, die „Vertrauensbasis“ sei zerstört. Metzger hatte im Konvent einige Male abweichend von der GHG Mehrheitsmeinung gestimmt. Zudem wurde ihm ein zu „persönliches“ Verhältnis zu Mitgliedern anderer Hochschulgruppen, insbesondere der LHG, „zur Last gelegt“. Metzger selbst hatte dem Ausschluss widersprochen, da er die vorgebrachten Vorwürfe nicht als ausreichenden Grund für einen Ausschluss akzeptiert hatte. Die Grüne Jugend, dessen Vorsitzender Metzger ist, hat sich bereits hinter Metzger gestellt. Nun springt auch die LHG Metzger zur Seite. Die Liberalen, die wie die GHG, vier der 26 Sitze stellen, bot Metzger nun eine Hospitanz in der LHG-Fraktion an. „Michael hat im letzten Hochschulwahlkampf gezeigt, dass es ihm um Inhalte geht,“ so Hülya Bandak, Chefin der LHG-Fraktion im Konvent. „Wir wollen nicht, dass er jetzt fraktionslos bleibt, sondern sein Engagement bei uns einsetzt. Das ist sicherlich im Sinne seiner Wähler und Wählerinnen.“Entsetzt zeigte sich Karsten Klein, Mitglied im Konvent für die LHG, über das Demokratieverständnis bei den Grünen. „Es ist doch nichts dabei, dass man mal anders stimmt. Wenn das schon ein Ausschlussgrund sein soll, dannhat da jemand was von der Demokratie nicht verstanden. Außerdem ist es im Konvent durchaus üblich mal anderer Meinung als seine Gruppierung zu sein. Es geht nicht um Ideologien, sondern darum, dass wir die Interessen derStudierenden vertreten.“ Die LHG vermutet, dass der Ausschluss politischmotiviert ist. Metzger hatte sich im Sommer gegen eine Koalition der Grünen mit den Jusos ausgesprochen, da die Jusos nicht bereit waren, einenentsprechenden Sprecherratposten bereitzustellen. Metzger hatte damals moniert, dass ohne einen solchen Posten für die Grünen nicht klar werden würde, dass Jusos und Grüne gemeinsam die Mehrheit stellten und Verantwortung tragen.Die Liberale Hochschulgruppe stellt deutlich klar, dass es nicht um eine Aufnahme Metzgers als Mitglied geht. Metzger sei Grüner und solle es gerne auch bleiben. Die LHG wolle nur sicherstellen, dass die Meinungsfreiheit nicht ausgehöhlt werde. Diese Art von Politik sei genau das, was die Studierenden von den Hochschulgruppen nicht erwarteten.Sollte die GHG ihren Beschluss rückgängig machen, könne Metzger die Hospitanz jederzeit wieder aufgeben. Die LHG hofft dass Metzger ihr Angebot annimmt und bereits zur nächsten Sitzung des Konvents seinen Sitz bei der LHG einnehmen kann.